Additional information on KB 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 9, 11, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 27, 28, 29, 30, 31, 32, 33, 34, 36, 38, 39, 40, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 60, 61, 62, 63, 64, 65, 67, 68, 69, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, C, D, G and H added
* Scans replaced for KB A, G, H, 5 and 6
* New security features described on separate page
* Additional information on specimens, folders, uncut sheets, test prints and
essays, about forgeries of polymer banknotes to the disadvantage of collectors
* Simple World map, flag, area, population, GDP per capita, year of first
polymer issue and a ranking for each country added
* All known signatures added
* Stane lives in Slovenia
* Correct writing of Walter Sluyter
* Correction of typing mistakes
Thomas Krause / Peter Bauer: Specialized Catalogue of World Plastic Money,
(Spezialkatalog der Plastikbanknoten der Welt)
CD-ROM für PC, komplett farbig, Schwedt 2006. Preis 20 Euro
Vor etwa einem Jahr konnte den Lesern von M&P die Erstauflage des CD-Spezialkataloges zu den Plastikbanknoten aus aller Welt
vorgestellt werden. Nun liegt schon die zweite, wesentlich erweiterte, Auflage vor. Neben einer ganzen Reihe von neuen Ausgaben
wurde auch der Katalog selbst überarbeitet. Aufgeführt werden alle bekannten Banknoten aus Tyvek und Polymerkunststoff. Eine
Volltextsuche erlaubt den direkten Zugriff auf jede beliebige Information im Katalog. Außerdem kann der Nutzer nun auch eigene
Kommentare in den Katalog eintragen. Ein gesondertes Handbuch erklärt mit einfachen Worten die Funktionsweise der Software im
PDF-Format, die nur noch mit dem Adobe Reader Version 7 gelesen werden kann. Diese Version ist frei und wird daher auf der CD-ROM
in deutscher und englischer Sprache inklusive Handbuch mitgeliefert. Natürlich kann man den Katalog auch in verschiedenen Formaten
ausdrucken und ganz einfach von Land zu Land wechseln. Im Vorwort findet man nun auch Hinweise zu Fälschungen und Informationen zur
Geschichte von Tyvek-Banknoten.Jedes Land, das Polymernoten ausgegeben hat, besitzt ein Deckblatt mit Wappen und Flagge, diverse
Angaben und einer Markierung in einer Weltkarte. Auch die verschiedenen Signaturen auf den Banknoten werden abgebildet. Dank
zahlreicher Einsendungen und Hinweise konnte der Umfang des Kataloges, der bei der Erstauflage noch bei 140 Seiten lag, nun auf 230
Seiten erweitert werden. Da das Sammeln von Polymernoten weltweit immer mehr Anhänger findet, wurde der Katalog bereits an Sammler
und Händler in aller Welt verschickt.
Thomas Krause / Peter Bauer: Specialized Catalogue of World Plastic Money,
CD-ROM-Katalog, durchgehend farbig, Schwedt 2004. Preis 19,90 Euro
Die beiden Autoren Thomas Krause und Peter Bauer scheinen sehr tüchtig zu sein. Im MUR-Magazin Nr.2 stellten wir die erste
Auflage der Katalog-CD vor und heute, in der Nr.3 können wir schon die zweite Auflage ankündigen. Die durchweg positive Kritik an
diesem professionellen Werk der ersten Auflage scheint die Autoren derart motiviert zu haben, dass sie nun mit dem Folgewerk gleich
noch einen draufsetzten. Auf über 210 Seiten ist der Katalog nun angewachsen und bietet für den (PC-tauglichen) Sammler allerhand
überaus bemerkenswerte Möglichkeiten: Lesbar auf eigentlich allen PCs, auch Apple, eigene Kommentierung überall auf der Seite
möglich, wissenschaftlicher Anspruch, verifizierte Information,keine Spekulation, Hochqualitätsbilder von echten Noten, keine
Abbildungen von Musternoten, Drucken in selbst gewählter Größe möglich, Daumenregister beim Ausdruck und vieles mehr. Eine Sache
hat sich nicht verändert. Trotz des erheblich erweiterten Umfangs der zweiten Auflage und vieler neuer Möglichkeiten, bleibt der
Preis unverändert. Auch dies sollte man lobend erwähnen.
CW Paper Money Values
P O Box 150
Sidney, OH 45365-0150
1-800-834-5479
USA
Originaltext / englisch: Wendel Wolka
Übersetzung / deutsch: Stefan Röbbel
Die Zukunft hat begonnen
'Plastik' ist der letzte Schrei in der Welt des Papiergelds
Eine Zeile des Filmklassikers Die Reifeprüfung von 1967 sagt alles über ein sich entwickelndes Gebiet
im Bereich des Papiergeldes: “Plastik hat eine große Zukunft. Denk drüber nach! Wirst du drüber nachdenken?”.
Man sieht, dass in einer wachsenden Zahl von Ländern Papiergeld nicht mehr auf Papier gedruckt wird,
sondern eher auf einem Polymersubstrat, das üblicherweise “Plastik” genannt wird.
Zwingende Gründe zu wechseln:
* viel längere Haltbarkeit: Seit 1996 hat die australische Regierung Polymernoten ausgegeben. Die
Erfahrungen in Australien haben gezeigt, dass Polymernoten eine voraussichtlich vier- bis fünfmal längere
Haltbarkeit als traditionelles Papiergeld haben. Das liegt hauptsächlich daran, dass das Polymersubstrat
recht resistent gegen Risse und Knicke ist. Das genutzte Polymer ist außerdem nicht porös und nicht faserförmig
und es ist unempfindlich gegen Wasser, Öle, Flüssigkeiten, Schweiß und viele gebräuchliche Chemikalien.
Durch diese robusten Eigenschaften sind Polymernoten besonders gut für warme
und feuchte Klimazonen wie Asien geeignet. Dort verursacht die Umgebung oft eine sehr kurze Lebenserwartung
für traditionelles Papiergeld.
* verbesserte Sicherheit: Ein Polymersubstrat herzustellen ist wesentlich komplizierter als die Herstellung
von Papier. Zusätzlich haben die meisten Polymernoten ein transparentes (manchmal farbiges) “Guckloch”, das es
weitgehend unmöglich macht, erfolgreich fotografische Fälschungen herzustellen. Ganz gleich, wie man eine Note
fotografiert oder scannt, ist dort dann eine Hintergrundfarbe, die irgendwie nicht durchsichtig ist. Weiterhin
können auf dies transparente “Guckloch” Grafiken als weitere Abschreckung gegen Fälschung aufgebracht werden.
Die rumänische 2000-Lei-Note aus dem Jahr 2000, eine weitere frühe Polymernote, erzeugt sogar das Bild einer
Sonnenfinsternis, wenn ein Laserstrahl durch das transparente Feld geleitet wird!
* Handhabung: Polymernoten nehmen weniger Schmutz auf, färben weniger ab, widerstehen Rissen und Knicken
besser und bewahren ihre “Frische” für einen längeren Zeitraum. Das macht sie “maschinenfreundlich” für Geräte
wie beispielsweise Geldautomaten, Zählmaschinen usw.
* Recyclingfähigkeit: Polymernoten können recycelt werden, einmal abgenutzt können sie wieder zu Granulat
verarbeitet werden und als Rohmaterial für nicht numismatische Produkte verkauft werden.
Am Anfang
Die American Bank Note Co. und ihre britische Tochtergesellschaft, Bradbury Wilkinson, versuchten die
Markteinführung einer Alternative zu Papier, basierend auf einem Material namens Tyvek von DuPont, das
häufig im Hausbau als Schutzfolie verwendet wird, oder testeten zumindest das Marktinteresse daran. Offenbar
machte ABNC keine besonderen Änderungen bei der Herstellung von Banknoten auf diesem Träger, außer dem Material.
Und die Ergebnisse waren irgendwie enttäuschend.
Testnoten wurden für Costa Rica, Haiti, Ecuador, Venezuela, Honduras und El Salvador hergestellt,
Das Porträt von A. B. “Banjo” Paterson wird auf dem Avers der australischen $10-Note, die
1993 erstmals als Polymernote ausgegeben wurde, dargestellt. Paterson war ein Liedermacher, Dichter
und Kriegsberichtserstatter im frühen 20. Jahrhundert. Er schrieb das Gedicht “Waltzing Matilda”, das schließlich
ein Lied, aber wohl nicht von Paterson vertont wurde. Banjo ist ein Spitzname, der nicht von seinen musikalischen
Fähigkeiten berührt sondern vom Namen seines Lieblingspferdes. Die Rückseite zeigt ein Porträt von
Dame Mary Cameron Gilmore, einer Dichterin, Lehrerin, Sozialreformerin und Journalistin.
Zu dieser Zeit waren diese Länder alle Papiergeldkunden von ABNC. Zusätzlich druckte Bradbury Wilkinson Banknoten
für die Isle of Man auf dem selben Material, das nur in Bradvek umbenannt war, von 1983 bis etwa 1988. Nur
Costa Rica und Haiti bestellten Banknoten für den Umlauf von der ABNC (Costa Rica ca. 1980 und Haiti etwa zwischen
1982 und 1984). Probleme mit der Tinte, die in dem warmen und feuchten Klima nicht ausreichend auf der Oberfläche
hielt, führten dazu, dass auf Tyvek basierende Noten sich nicht durchsetzen konnten, und so wurde das Projekt
schließlich aufgegeben.
Eine große Darstellung eines Drachens und eines Feuerballs ist auf der Vorderseite der
100-Yuan-Gedenkbanknote aus dem Jahr 2000 zu sehen. Die Rückseite zeigt das chinesische Millennium-Monument
und fliegende Geister.
Die moderne Ära – Australien
Machen wir einen Sprung ins Jahr 1988, als die Reserve Bank Australiens die ersten “modernen” Polymernoten ausgab.
Die $10 Note wurde auf einem Polymersubstrat namens Guardian von der ganz der Reserve Bank gehörenden NPA
(Note Printing Australia) gedruckt. Nach einigen Anfangsproblemen (das optisch variable Emblem oder OVD, das ein
Porträt von Capt. James Cook zeigte, konnte einfach beschädigt und vom Durchsichtsfenster entfernt werden) wurde
Australien nach der Beseitigung der Probleme zu einem führenden Anwender von Polymernoten und auch zum Weltmarktführer
für die Herstellung von Polymernoten durch NPA.
Australien stellte 1996 komplett auf Polymernoten um. 1996 gründete die Australische Reserve Bank außerdem ein Joint
Venture mit einer belgischen Firma namens Securency Pty Ltd., welches das Polymersubstrat für Guardian sowohl an die
NPA als auch an andere Druckereien liefert.
Andere Länder
Zur Zeit haben 23 Nationen (26, wenn man die drei Nationen, die Noten auf Tyvekbasis ausgaben mitzählt) mindestens
eine Polymernote ausgegeben. Einige, wie Brasilien und Chile, experimentieren mit der Idee und haben eine Note
ausgegeben. Mehrere Länder (Bangladesh und Thailand) haben zur Papiernote zurückgewechselt und einige nutzten
die Polymernoten für eine einmalige Gedenkausgabe (China, Kuwait, Nordirland, Sri Lanka und Taiwan). Andere Länder
wie Mexiko, Rumänien und Neu Seeland haben entweder schon komplett umgestellt oder sind auf dem Weg dorthin.
Die Gedenknote zu 1 Dinar, 2001 ausgegeben von Kuwait, erinnert an den 10. Jahrestag der Befreiung Kuwaits.
Es zeigte sich, dass Polymernoten bei Weltbanknotensammlern beliebt sind. Das hat eine Reihe von Gründen:
Die Zahl der Länder, die Polymernoten ausgeben oder dies planen, bietet genügend Material, um eine Sammlung
bilden zu können. Die Banknoten sind üblicherweise farbenfroh und haben interessante Motive. Mehrere der Noten sind
Gedenkausgaben und werden in speziellen Mappen und besonderer Verpackung verkauft. Die Noten sind recht erschwinglich
(obwohl einige einen relativ hohen Nominalwert haben). Alle Noten sind leicht in bankfrischem Zustand erhältlich.
Die Polymertechnologie ist eine junge, das bedeutet, dass Sammler mit dem Sammeln beginnen können, bevor das Gebiet so
groß wird, dass das Streben nach Vollständigkeit unerschwinglich wird. Das Gebiet ist sehr gut dokumentiert mit
mindestens zwei Katalogen und mehreren Websites, die diesem Thema gewidmet sind.
Ein Portrait von Sir Edmund Hillary und eine Abbildung des Mount Everest auf der Vorderseite der
$5 Note, 1999 ausgegeben von Neuseeland. Die Rückseite zeigt den Hoiho oder gelbäugigen Pinguin. “Hoiho” ist ein Name
in Maori, der “Krachmacher” bedeutet, etwas was die Pinguine wirklich
gut können. Die Maori sind die Ureinwohner Neuseelands.
Quellen
Dieses Sammelgebiet ist überraschend gut dokumentiert angesichts des kürzlichen Beginns. Es sind zwei Spezialkataloge
erhältlich. Der erste ist auf CD erhältlich, betitelt mit Specialized Catalogue of World Plastic Money, von Thomas Krause
und Peter Bauer. Bereits in der zweiten Auflage wird er für rund €20 verkauft und ist aktuell erhältlich von den Autoren
auf ihrer Website. Das bei dem elektronischen
Katalog verwendete PDF-Format ist einfach zu benutzen und es ist kompatibel mit Adobe's Acrobat 7.0 und späteren Versionen.
Ein vertikales Design auf der Vorder- und Rückseite der £5 Note Nordirlands, zuerst 1999 ausgegeben als
Gedenkbanknote zum Jahrtausendwechsel. Planeten und etwas, das wie ein Space Shuttle aussieht sind hier die Motive des Designs
Die zweite Quelle wurde im traditionelleren Buchformat hergestellt und trägt den Titel World polymer Banknotes –
A Standard Reference von Peter Eu, Ben Chiew und Julian Chee. Ein kurzweiliges und einnehmendes Buch mit mehr als 200
Seiten und derselben Anzahl Farbillustrationen. Der Verkaufspreis von unter $20 macht es zu einer weiteren zwingenden
Erweiterung der Bibliothek von Polymernotensammlern. Das Buch ist bei verschiedenen Banknotenhändlern erhältlich, aber auch
über die Website des Autors.
Aber als ob es nicht reichen würde, zwei gut gemachte Kataloge zu haben, gibt es auch noch zwei Websites, die alle Lücken
füllen, wenn es um Neuigkeiten geht.
Die rumänische 2000-Lei-Note des Jahres 2000 erzeugt das Bild einer Sonnenfinsternis, wenn ein Laserstrahl
durch das Durchsichtsfenster geleitet wird, das in rosa gedruckt wird.
Die erste ist eine Seite, die von Trevor Wilkin, einem Australischen
Banknotenhändler mit speziellem Interesse für Polymernoten, betrieben wird. Auf der Seite sind viele Informationen über Polymernoten
und deren Hintergrund zu finden, die es wert sind, dort zu verweilen.
Meiner Meinung nach ist der “Goldstandard” der Websites über Polymernoten eine Seite, die von
Stane Straus, der in Slowenien lebt, verwaltet wird. Seine Erfahrungen mit Polymernoten erstrecken sich über die letzten
10 Jahre und führten teilweise zu einem Engagement als Marketingberater für Note Printing Australia im Jahre 2000. Zusätzlich
zur Auflistung und Illustration von Polymernoten (allgemeine Ausgaben und Sammlerausgaben) aus 26 Ländern (27, wenn Nigeria
seine ersten Polymernoten ausgibt, etwa zu der Zeit, wenn diese Ausgabe der Paper Money Value veröffentlicht wird) bietet die Seite
ein umfangreiches Verzeichnis von Links zu Jahresberichten, Pressemitteilungen, Präsentationen und weiteren Informationen von
Zentralbanken, Druckereien und anderen Firmen und Organisationen. Wenn diese Website die Informationen über Polymernoten nicht
hat, die man sucht, dann braucht man sie nicht!
Die 1990 von der Cental Bank in Samoa ausgegebene 2 Tala Gedenkbanknote zeigt ein typisch samoanisches Dorf und
ein Porträt von Malietoa Tanumafili, rechtmäßiger König Samoas. Die Rückseite zeigt samoanische Familienmitglieder.
Auch wenn mir (noch?) keine Sammlervereinigungen, die sich speziell mit Polymernoten befassen, bekannt sind, gibt es einige
Organisationen, die das Richtige sind: die International Bank Note Society und die
Latin American Paper Money Society.
Die Gebühren bei beiden Organisationen sind moderat und eine gute Investition in Wissen und Verbindungen mit anderen,
die die gleichen Interessen teilen.
Die Vorderseite einer 1000 Kwacha Note aus Zambia, ausgegeben 1992, zeigt einen Fischadler und einen
Palisanderbaum. Ein Erdferkel ziert die Rückseite, gemeinsam mit der Statue, die den Namen The Chain Breaker trägt.
Nun wisst ihr es. Polymer wird wahrscheinlich bleiben und das Sammeln von Polymernoten kann Spaß machen mit vielen Informationen,
die dabei helfen, den richtigen Weg zu finden. Warum nicht heute anfangen und etwas Freude haben mit diesem faszinierenden Gebiet
des Papiergeldes - ups – mach da Polymergeld draus, der Welt.
Porträt von König Rama IX in königlichem Gewand auf der Vorderseite der 1997 in Thailand ausgegebenen 50 Bath Note.
Die Rückseite zeigt ein Bildnis der Königs sitzend an einem Tisch.
Vor rund 600 Jahren wurden in China banknotenähnliche Papierscheine ausgegeben, vor etwa 300 Jahren erreichten diese Belege auch Europa. Die Begriffe Banknote und Geldschein werden oft als Synonym gebraucht. Für uns Sammler gibt es jedoch weitgehende Unterschiede in Bezug auf die Materialien aus denen die Banknoten hergestellt wurden. In Kriegszeiten, in denen Mangel an bestimmten Materialien herrschte, wurde oft auf andere zurückgegriffen. So kamen auch Leder, Pappe, Textilien ( Seide, Kattun, Leinen, Jute, Samt ), Pergament, Holz, Aluminium oder Zelluloid zur Herstellung von Banknoten oder Geldscheinen zum Einsatz. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Kreditkarte aus Plastik eingeführt und es begannen Diskussionen, ob dieses Material nicht auch für Banknoten geeignet sei. Im Vordergrund stand immer der Hauptaspekt, die Lebensdauer einer Banknote zu verlängern um Kosten zu sparen. Erste Versuche mit plasteähnlichen Materialien begannen in den 80íger Jahren mit Tyvek , auch bekannt unter dem Begriff „Japanpapier“. In Frage kommende Druckereien für diese Art Banknoten waren ABNC = American Bank Note Company und BWC = Bradbury / Wilkinson an Company. Die Stärken von Tyvek sind, besonders leicht, reißfest, umweltfreundlich, und wasserabweisend zu sein sowie eine lange Lebensdauer zu haben. Jedoch die ersten Versuche Banknoten in Tyvek herzustellen, misslungen. An den Faltstellen, die jede Banknote während ihrer Lebensdauer bekommt, blätterte die Druckfarbe ab. Weiterhin war es schwierig irgendwelche Sicherheitsmerkmale als Fälschungssicherheit einzubringen. Wie zum Beispiel sollte man in Tyvek ein Wasserzeichen einbauen oder gar den berühmten Silberstreifen ? Diese Projekte wurden dann Ende der 80er Jahre eingestellt, da auch Fälschungen dieser Banknoten in den Umlauf kamen und die ausgebenden Stellen an Glaubwürdigkeit verloren. Als auch Fälschungen von Kreditkarten so langsam in den Umlauf kamen, bediente man sich neuer Techniken, wie Magnetstreifen und Hologrammen. Eine weitere Version eines Fälschungsschutzes war die Erfindung des OVD´s (Optical Variable Devices ). Dieses OVD ist heute aus dem Bereich Banknotenfälschungssicherheit kaum noch wegzudenkenden. Die Australische Reserve Bank entwickelte unter strenger Geheimhaltung in einer Entwicklungszeit von 15 Jahren eine Plastikfilmnote, welche wir heute Polymerbanknote nennen. Auf diesem Material, Guardian genannt, ist es nun möglich alle bekannten Fälschungsmerkmale wie Guillochieren, Mikroschrift, Wasserzeichen, Silberstreiben, Magnetschrift und eben diese OVD´s unter- und einzubringen. Leider liegen die Herstellungskosten dieser polymeren Banknoten um ein vielfaches höher als für Papierbanknoten, jedoch im Gegensatz zu ihnen liegt die Lebensdauer um 3 bis 4 mal höher. Weiterhin trägt eine Papierbanknote nicht nur die Fingerabdrücke seines Vorbesitzers, sondern auch dessen Hautschuppen und somit auch seine Keime und Krankheitserreger. Da Papier mikroskopisch eine raue Oberfläche besitzt, können sich Keime in diesen kleinen Hohlräumen festsetzen und in tropischer Umgebung sogar vermehren. Bisher wurde aber nicht bestätigt, dass Krankheiten oder Epidemien über Papiergeld verbreitet wurden, jedoch besteht diese Möglichkeit in den tropischen Ländern dieser Erde bestimmt. Keime und eben Erreger können auf einer Plastikbanknote nicht überleben, denn dieses polymere Material stößt Wasser, Fette und Schmutz ab, ist somit hygienischer und lässt sich nicht zerreißen.
Das sind auch die Gründe des Siegeszuges der polymeren Banknoten in asiatischen und arabischen Ländern. Ob diese Banknoten bei den Einwohnern beliebt sind oder nicht, ist ungewiss. „ Non Olet“ ( Geld stinkt nicht ) sagten schon die Römer. Heute, wenn Sie diesen Katalog in Ihren Händen halten, gibt es derzeit 120 verschiedene Plastikbanknoten auf dieser Erde. Somit ein breitgefächertes Sammelgebiet zu vielen Themen. Auch wenn Australien als Erfinder der polymeren Banknoten stark hervortritt, folgen viele Länder diesem Beispiel und ersetzen ihre Banknotenserie durch Polymer, um Kosten zu sparen. Denn gerade in den ärmeren Ländern sollten Banknoten eine längere Lebensdauer haben, wo sie täglich etwa zehn mal den Besitzer wechseln. Hinzu kommt, dass Polymerbanknoten wesentlich fälschungssicherer sind als papierne. Überlegungen in Indien Polymerbanknoten herzustellen wurden verworfen. Indien zählt zu den Ländern mit dem höchsten Vorkommen an gefälschten Banknoten und sollte sich daher überlegen, seine Banknoten auf der Basis von Polymer herzustellen, jedoch fehlen der Staatsbank die finanziellen Mittel.
Brasilien, 10-Reais-Polymerbanknote. Abgebildet ist Pedro Alvares Cabral (ca. 1467 - 1526), portugiesischer Seefahrer, der als einer
der Entdecker Brasiliens gilt. Gedenkausgabe anläßlich der 500-jährigen Entdeckung Brasiliens. Auf dem Revers Umrisskarte von Brasilien
und Portraits verschiedener Menschen, die die Vielfalt Brasiliens ausdrücken sollen.
Selbst in den USA wurden ernsthafte Überlegungen den Greenback in Polymer auszugeben getätigt. Jährlich kommen ca. 5 Millionen Dollar Falschgeld in den Umlauf. Somit hätte es Sinn, schon alleine wegen der Ein-Dollar-Note, die dann viermal länger halten würde, als die papierne Banknote. Der seit 2002 existierende €uro hätte in Polymer entstehen sollen. Nach der €uro-Einführung wurde in den ersten zwei Jahren fast ein Drittel des gesamten €uro-Banknoten-Bestandes als Fälschung in den Umlauf gebracht- und das für eine der angeblich fälschungssichersten Banknoten seiner Zeit. In den Ländern wo Polymerbanknoten ausgegeben wurden, ist der Falschgeldumlauf auf Null zurückgegangen. Sicherlich gibt es hier und da Versuche auch diese Banknoten zu fälschen, welche aber bisher scheiterten. Die Entwicklung bei den Polymerbanknoten bleibt auch nicht stehen, so werden seit ca. 2002 nun auch Wasserzeichen und Sicherheitsstreifen eingebracht. Anfangs als ein Pseudobild, mittlerweile als echtes Fälschungsmerkmal !
Polymerbanknoten sind auch ein beliebtes Mittel zum Aufgreifen bestimmter Ereignisse, wie z.B. Geburtstage von Staatsoberhäuptern, Jahrestage von Banken sowie Unabhängigkeitstage. Am beliebtesten war wohl das Millennium. Zu diesem Anlass hat zum Beispiel die Insel „Chatham Island“ gleich eine ganze Serie ausgegeben, diese Serie ist „Not Legal Tender“.
Das heißt sie stellt kein offizielles Zahlungsmittel dar, darf nur örtlich eng begrenzt verwendet werden. Chatham Island, verwaltet durch Neu Seeland, ist eine Inselgruppe im Südpazifik und ist der Ort, wo im Jahre 2000 als erstes die Sonne aufging. Aus diesem Anlass wurden von der Neuseeländischen Staatsbank geduldete Scheine in einer neuen Art Polymer, die Einkaufstüten sehr nahe steht, ausgegeben. Mit diesen Scheinen darf auch nur auf der Insel bezahlt werden. Hauptsächlich wurden aber Banknotensammler angesprochen, denn mit den sogenannten Gedenkbanknoten versuchen die industrieschwächeren Länder Geld zu machen, was sich als ein beliebtes Sammlergebiet etablierte. Anlässlich der guten Geschäfte, folgte zwei Jahre später eine weitere Scheinserie, diesmal aber auf Tyvek und ebenfalls „Not Legal Tender“. Die Sammler waren erfreut, wieder einmal „Geld“ in Tyvek in ihrer Sammlung zu haben. Auf den zwei Serien, die Chatham Island in den Umlauf brachte, wurde die Geschichte der 62km² großen Insel erzählt. Eine dritte Serie war geplant, aber unterbunden worden. Ob jemals die Geschichte der Insel komplett auf geldähnlichen Scheinen erzählt wird, bleibt somit ungewiss.
Rumänien, 500-Lei-Polymerbanknote. Abgebildet ist Mihai Eminescu (1850 - 1889), der bedeutendste rumänische Dichter des 19. Jhs.
Sein Werk setzte Maßstäbe für die Entwicklung des Rumänischen zur Hochsprache. Er übersetzte deutsche Werke ins Rumänische (z.B. Friedrich Schiller).
Ein weiteres Erdenereignis war die totale Sonnenfinsternis über Europa am 11.08.1999. Rumänien brachte als erstes europäisches Land eine Polymerbanknote als Gedenkbanknote heraus. Rumänien war das Land in Europa, welches zu fast zwei Dritteln von der totalen Sonnenfinsternis betroffen war. Diese Banknote wurde vom Volk so gut angenommen, dass sich Rumänien überlegte, die gesamte Banknotenserie in Polymer auszugeben. So wurde bis Ende 2002 die komplette Banknotenausgabe in Polymer überführt. Im Design wurden nur einige Details geändert. Im Zuge der steigenden Inflation in Rumänien, folgte im September eine weitere Banknote zu 1.000.000 Lei welche somit das derzeit höchste Nominal auf einer Polymerbanknote hat.
Inzwischen gibt es auf jedem Kontinent Länder, die Polymerbabknoten ausgegeben, häufig auch als Gedenkzwecken oder in Varianten zu Sammlerzwecken.
Und die Sammler dieser besonderen Banknotenorganisieren sich. So existiert in Deutschland die Webseite http://www.polymernotes.de,
außerdem ist das Forum http://polymernotes.siteboard.de/portal.htm im Aufbau,
das sich über Teilnehmer freut.
Ich habe kürzlich eine Polymer-Banknoten-Katalog-CD erhalten, die von zwei Sammlern hergestellt
wurde, nämlich Peter Bauer und Thomas Krause, beide aus Deutschland.
Dies ist die zweite Auflage, die von ihnen hergestellt wurde, und sie wurde am 3.11.2005
veröffentlicht. Die Autoren, sowohl Thomas als auch Peter, sind seit vielen Jahren eifrige Sammler von
Polymerbanknoten.
Mein erster Eindruck vom Inhalt dieses Kataloges ist ausgezeichnet. Die Bilder und Informationen zu
den Polymernoten sind ausgezeichnet. Er beinhaltet alle Plastik-oder Nicht-Baumwoll-basierten
Banknoten, die seit den späten oder frühen 80er Jahren ausgegeben wurden, darin eingeschlossen
alle Signatur-und Buchstabenpräfixvarianten (vor allem und besonders für die australischen Noten),
Auflagen und Druckvarianten, wobei viele diser Informationen nicht in den Standard-
Banknotenkatalogen erwähnt werden.
Darüberhinaus sind auch alle Tyvek-Versuchs-Banknoten aufgelistet, die die ABNC in den späten
70er Jahren zum Zweck des kommerziellen Marketings gedruckt hat. Obwohl an solche Noten jetzt
kaum noch heranzukommen ist, sind solche Informationen für die Allgemeinbildung sehr interessant,
aber auch besonders für jene ernsthaften Sammler, die dennoch vorhaben, sie zu sammeln, werden
sie nützlich sein. Die Autoren scheinen die Existenz der ausgegebenen Polymernoten recht gründlich
recherchiert zu haben.
Der CD-Katalog, der 229 Seiten umfasst, behandelt auch den geschichtlichen Hintergrund der
Anfänge des Polymernotendrucks, verschiedene Sicherheitsmerkmale und auch kürzlich aufgetretene
Verfälschungen, die auf ebay zum Kauf angeboten werden.
Da der Katalog im pdf-Format erstellt wurde, ist das Programm Adobe Reader v7.0 zum Betrachten
der Inhalte erforderlich.
Das Programm Adobe Reader v7.0 ist auf der CD enthalten, für den Fall, dass man ein "Dinosaurier" System
zu Hause hat, so wie ich :-). Es bedarf keiner Erwähnung, dass man auf dem eigenen
Drucker jederzeit für die eigenen Aufzeichnungen oder zum gelegentlichen Durchblättern unterwegs
eine vollständige Kopie ausdrucken kann.
Der einzige Mangel oder Nachteil dieses Kataloges (meine persönliche Meinung) ist, dass keinerlei
preisliche Bewertungen erwähnt oder vorgegeben werden. Als Sammler halte ich solche
Informationen für sehr entscheidend. Solche Informationen sind besonders für Neulinge in diesem
Hobby nützlich, da sie diese als Orientierung für den Aufbau ihrer Sammlung benutzen könnten. Ich
habe mich kürzlich mit einigen neuen Sammlern unterhalten, und oft war die häufigste Frage "was ist
denn jetzt der angemessene Preis?" für eine bestimmte Note. Jedoch, trotz dieses Mangels haben mir
die Autoren versichert, dass sie ihre Einschätzungen auf Anfrage via email mitteilen werden.
Aber es gibt gute Nachrichten. Die Autoren haben mir versichert, dass in der nächsten Auflage, die
irgendwann im nächsten Sommer auf der Nordhalbkugel (Fussball-WM 2006 in Deutschland ...
Juhuuu!) veröffentlicht wird, auch die Katalogpreise der Noten aufgenommen werden. Natürlich
müssen die Bewertungen fair sein und nicht überhöht zu ihrem eigenen finanziellen Nutzen. Ich habe
daran allerdings keine Zweifel, da ich weiß, dass die beiden Autoren selbst Sammler sind. Ich weiß
nicht, wie es Ihnen geht, aber ich kann es einfach nicht mehr erwarten, bis die nächste Auflage
veröffentlicht wird!
Für alle, die sich für das Sammeln von Polymerbanknoten interessieren, ist dies für den Anfang ein
guter CD-Katolog.
Für weitere Informationen zu diesem CD-Polymerkatalog wenden Sie sich bitte an
unter thomas.krause@polymernotes.de oder an
unter peter.bauer@polymernotes.de um
Näheres zu erfahren. Sie können auch diese Website besuchen, um ein paar Stichproben aus dem
Katalog einzusehen: http://www.polymernotes.de